Inspiration à la Frau Mauz

Es gibt soooo viele Möglichkeiten, sich vom Leben und seinem aktuellen Umfeld inspirieren zu lassen …

dscf8096Der diesjährige Valentinstag in der Heilbronner Touristeninformation, brachte Frau Mauz dazu, sich mit diversen Texten Karl Valentins auseinander zu setzen, schließlich sollte der 14.2. dem Wortakrobaten gewidmet werden.
Die aktuelle Urheberrechtslage und Karl Valentins: `Das Hochzeitsgeschenk`, inspirierten Frau Mauz zu folgendem, verschachtelten Werk – Regieanweisungen inklusive …

Die Rechtslage

„ … ist schwer zu durchschauen, dafür braucht man eine Brille …“ (Lesebrille aufsetzen)

„Mein Name ist Sabine Mauz, mein Clown hat sich nämlich verliebt und möchte am Valentinstag heiraten, den Karl Valentin, ja. Und da soll ich fragen, wie die Rechte bei Ihnen so sind:
Kurze Texte, und zwar: „Immer wieder Pech“, „Das Hochzeitsgeschenk“, „Die Fliege“, „Kinderspielzeug“, „Die Heirats-Annonce“ und „Der komische Liebesbrief“, aber alles hochmodern.
Mein Clown, die Frau Mauz meint nämlich, kurze Texte wären für eine 12 ½ minütige Lesung zu lang, für eine 12 ½ minütige Lesung wären Zitate passender, aber die Rechte für Zitate werden wahrscheinlich noch schwerer zu regeln als die für kurze Texte.
Ich und meine Auftraggeberin meinen auch, kurze Texte wären vorteilhafter, weil sielänger sind. Mein zweites Ich meint aber, kurze Texte sind zu altmodisch, das versteht man heut nimmer und Zitate sind nun mal Zitate und auch noch aparter, weil‘s nicht so viel zum auswendig Lernen ist, als wiebei kurzen Texten.
2. Brille aufsetzen: Wie Wir damals geheiratet haben, haben wir ganze Filme mit dem Herrn Karl Valentin angeschaut, und die Erinnerungen daran haben wir heute noch, die haben sich tadellos gehalten. Aber die Vorführung ganzer Filme ist sicherlich rechtlich genauso schwer zu regeln als wie bei den Zitaten. – Eine farbenfrohe Mischung aus allem wär ja schön, aber das wird halt gar nicht mehr zu regeln sein. Drum soll ich fragen, wie bei Ihnen die Rechte geregelt sind und ob Sie die Formulare dafür erst anfertigen müssen oder ob sie diese schon vorrätig haben, dann kann ich morgen bei Ihnen mit meinem Clown vorbeikommen, zur Besichtigung.“

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Als Inspiration für folgendes, fragwürdige Weinpralinengedicht, dienten direkt mehrere Meisterwerke von Ewald Christian von Kleist (`Liebslied an die Weinflasche`) und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (`Der Stöpselzieher`, `Zur Weinlese`):

Ode an den Wein

Oh, süßer Saft,
die pure Wonne,
gibst mir Kraft,
erzählst von der Sonne.

Lehrst mich, zu leben,
den Sinn, abzugeben,
Freude am Teilen
und Spaß am Verweilen.

Ich atme ein, ein ganzes Jahr,
den Berg an Zeit, der dich gebar.
Ich atme ein, den Duft der Erde,
frage mich, was aus mir werde …
(Bart ab!)

Spüre jeden einzelnen Tropfen,
deiner Seele in mir klopfen.
Will dir für immer Treue schwören,
lass mir von dir den Geist betören.

Doch endet bald das Freudenstück,
gibst mir ab zu viel vom Glück,
vorbei ist dann das Liebesfest:
Du bist leer, ich muss ins Nest.

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Foto: Marc Schreier

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Die Kunst, ein Clown zu sein …

Die Kunst, ein Clown zu sein …

Wie schafft man es, einen Plan für sich und sein Leben zu entwickeln, wenn man gerade gar nicht in der Stimmung dafür ist? Wenn man merkt, dass jeder Versuch, etwas zu ändern unglaublich viel Kraft und Zeit kostet? Wenn man das Gefühl hat, dass es in dem eigenen Umfeld keinen Menschen gibt, der einem die Fragen, die einem gerade am dringlichsten auf dem Herzen liegen, beantworten kann?

Indem man sich die Alternative vor Augen hält:
Wenn man es nicht schafft, seinen größten Traum trotz gewisser Hürden in Angriff zu nehmen, wenn man darauf hofft, dass eines Tages ein Wunder geschieht und dieses einem dann alle wichtigen Entscheidungen abnimmt, muss man manchmal echt lange auf sein Glück warten.
Ich hasse es zu warten! Wahrscheinlich renne ich deshalb immer wieder in meinem Kopf im Kreis: Immer wieder um die Frage herum, die mich gerade am meisten beschäftigt. So lange, bis ich zu müde bin, um weiter darüber nachzudenken oder bis ich die Antwort gefunden habe. Witzigerweise erscheint mir diese meistens im Schlaf, durch einen Traum.
Ich bin der festen Überzeugung, dass dies nur deshalb gelingt, weil ich mich davor schon so intensiv mit der offenen Frage beschäftige.

Heute Nacht träumte ich von meiner Quetsche und dem Lied: „Die Gedanken sind frei!“. Diese beiden Dinge will und werde ich in meinen nächsten Auftritt und das Solo, Frau Mauz‘ eintagsfliegen, einbauen. Ich werde meine Zuschauer so lange damit bespaßen, bis sie und ich keinen Spaß mehr daran haben.
Auf diese Weise will ich ihnen das Grundproblem eines Clowns nahe bringen: Er weiß nicht, wann Schluss ist. Er zögert das Ende zu lange hinaus und verliert dadurch wertvolle Sympathien bei seinem Publikum. Diese muss er sich dann mühsam, Stück für Stück zurückerobern. Mal schauen, ob es mir, beziehungsweise Frau Mauz, gelingt.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die neue Herausforderung und freue mich über jeden Zuschauer, der an diesem oder einem anderen Abend mit mir und Frau Mauz lacht und leidet: Auftrittstermine.

Herzliche Grüße,

Sabine MauzGiftpilz