Rampenschwein! – Fotobeweis

Für alle, die immer noch nicht daran glauben, dass Frau Mauz ein Rampenschwein ist, hier der Fotobeweis von der offensten Offenen Bühne, die es in Deutschland gibt: Der Rampenschweinerei in Fürth.

Herzlichen Dank an Jürgen Klieber, der diese wundervollen Aufnahmen machte:

Ist es nicht superschön, im Stadtpark Fürth? Im Juni und im Juli gibt erneut die Möglichkeit, dort aufzutreten oder zuzusehen – letzter Dienstag im Monat …

Und Jürgen macht von jedem Künstler tolle Aufnahmen. Hier geht’s zum Beweis, wo man Frau Mauz übrigens auch noch mal in einer anderen Rolle wiederfinden kann: Beweis!

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Tolle Fotos vom Auftritt

Jippi! Die einzig wahren Fotos von der Rampenschweinerei in Fürth sind in der Zwischenzeit bei Frau Mauz angekommen.
Sie stammen von Jürgen Klieber, der übrigens auch alle anderen Künstler dieses Abend in so schöner Weise abgelichtet hat wie Frau Mauz (s. Facebookseite der Rampenschweinerei):

 

Die 19. eintagsfliege: „Sensationell!“

Da es wohl noch lange dauern wird, bis das Eintagsfliegenheft Volume 2.S erscheint, veröffentlicht Frau Mauz hier und heute wenigstens schon mal eine Geschichte daraus.
Es geht darin um die Kunst, als darstellender Künstler jeden Tag von Neuem auf der Bühne zu stehen und Spaß an dem zu haben, was er / sie da oben tut. Viel Spaß mit:

Sensationell!

„Und, wie fandest du meinen Auftritt heute?“, wollte Ingo von seiner langjährigen Freundin Julia wissen. Diese verzog den Mund zu einer Schnute und kratzte sich mit ihrer rechten Hand am Kopf:

„Du weißt doch, ich finde immer alles toll, was du machst!“, erwiderte sie nach einer etwas zu langen Pause, um noch überzeugend zu klingen.

Ingo schnitt eine Grimasse: „Ich weiß schon, an manchen Stellen zog es sich ein wenig in die Länge. Ich bin einfach nicht mehr so motiviert wie früher …!“

Julia schüttelte ihre graublonden Locken in stillem Protest, nach kurzem Zögern überwand sie sich, das auszusprechen, was ihr auf dem Herzen lag:
„Ganz ehrlich? Früher fand ich dich unglaublich, sensationell! Ingo, du hast geradezu gesprüht vor Freude am Spielen, hattest kein Problem damit, in unerwarteten Situationen zu improvisieren … Ich weiß nicht, aber irgendwie fehlt mir das jetzt ein wenig. Du hast alles so genau auf den Punkt gebracht …“ – Julia fand irgendwie nicht die richtigen Worte, um das auszudrücken, worum es ihr ging: Sie vermisste bei Ingos Spiel dessen Persönlichkeit, seine kleinen Kommentare zu den Dingen, die er gerade tat …- „Du bist einfach zu perfekt! Anders kann ich es nicht formulieren.“

Ingo räusperte ungläubig: „Wie bitte? Ich soll zu perfekt sein? Ich habe heute so viele Fehler gemacht wie in den letzten zwei Wochen zusammen! Da war der mehrmalige Verlust des Balles bei meiner Jonglage, die falsche Fußhaltung, als ich… – „Ach, Ingo, lass es gut sein! Hör auf, dich immer wieder selbst zu zerfleischen! Ich finde es nach wie vor unglaublich spannend, dir bei deinen Auftritten zuzusehen!“, fiel ihm der Techniker Marcus ins Wort, der in diesem Moment neben die beiden Freunde trat. „Ich wollte dir gerade sagen, dass es für mich immer wieder eine Ehre ist, dein Licht und deinen Ton zu fahren! Es ist der pure Genuss!“

„Tja, so unterschiedlich ist die Wahrnehmung!“, flüsterte Julia Ingo ins Ohr und zwinkerte ihm verschwörerisch zu, woraufhin dieser lachen musste: „Ja, da hast du Recht: Die einen wollen mehr Improvisation von mir sehen, für die anderen ist es toll, wenn ich alles genau time …“

„Und wie war es für dich? Was hat dir nicht gefallen?“, wollte Julia wissen und vergaß dabei, dass Ingo bereits eine detaillierte Aufzählung begonnen hatte.

„Wie schon gesagt: …“, betonte er ihren Fauxpas verächtlich: „Ich hätte mehr Konzentration von mir erwartet. Es kann nicht sein, dass ein solch alter Hase wie ich diese dummen Fehler macht!“

Julia lächelte unsicher: „Du bist und bleibst mein Liebling auf der Bühne. Ich würde mir deine Show immer und immer wieder ansehen, auch wenn du tausend solcher Fehler machen würdest. Ich hoffe nur, dass es dir selbst noch Spaß macht, die vielen verschiedenen Rollen zu spielen. Ist es nicht furchtbar einsam da oben?“

Ingo zuckte mit den Achseln: „Mir ist es lieber, ich bin direkt alleine, statt spontan ohne Kollege da zu stehen, weil dieser kurzfristig mal wieder ein anderes Engagement angenommen hat. Ich mache das Beste aus meiner Situation …“

Julia seufzte schwer: „Das stimmt. Auf unzuverlässige Freunde und Kollegen kann man echt verzichten! Also gut, dass du keine hast. Dann lasst uns jetzt endlich auf diesen wunderbaren Abend anstoßen: Das Haus war voll und das Publikum begeistert. Das ist es, was letzten Ende zählt! Morgen steht bestimmt in der Zeitung, dass du super warst, ach, was: Sensationell!“

Sie drehte sich zu dem Kellner um, der bereits begonnen hatte, die frei gewordenen Tische abzuräumen und für den nächsten Tag vorzubereiten: „Bedienung? Können wir bitte drei Gläser Sekt haben? Wir haben was zu feiern!“
Der junge Mann starrte Julia finster an, nickte wenig begeistert, holte tief Luft und bewegte sich kurz darauf ganz gemächlich in Richtung Theke.