Frohes Fest!

Weihnachten ist da und es wird Zeit, mit seinen Liebsten zu feiern …

Von Frau Mauz gibt es auch ein kleines Geschenk für all diejenigen, die gerne ihre Weihnachtsvideos ansehen, gibt es nun alle, die online zu finden sind auf einer Seite.
„Das Lebkuchenherz“ für Heilig Abend:

„Annas Weihnachtswunder(geist)“ in drei Teilen, da zu lang, um in ein Video zu passen:

Für alle, die nicht in Feierlaune sind und nicht wissen, warum: „Rosas Geschenk“:

Sechs entspannte Erzählminuten mit dem Weihnachtsbärchenaugenmann:

Ein Nikolausspaßgrußvideo

Was kann man machen, wenn man plötzlich Lust verspürt, dem Nikolaus einen kleinen Gruß zurückzuschicken: Wo wohnt er? Wie erreicht man ihn, wenn er die ganze Zeit unterwegs ist? Hat er überhaupt Zeit, seine Nachrichten zu lesen?

Sollte er Ihnen zufällig mit seinem Rentierschlitten begegnen, können Sie ihm ja davon berichten, dass es irgendwo auf dieser kleinen Erdballkugel eine Frau Mauz gibt, die sich heute in sein Kostüm geschmissen hat, um ihm alles Gute bei seinem weihnachtlichen Auftrag zu wünschen:

Lasst uns froh und munter sein … from Sabine Mauz on Vimeo.

Vorweihnachtliche Lichterkettengrüße

Endlich ist es so weit: Überall duftet es nach Zimt, Nelken, Honig und warmen Haselnüssen, leuchtende Feuer und heiße Getränke wärmen unsere kalten Gelenke und schenken uns schöne Gedanken, Lichterketten leuchten an Fenstern und … an Frau Mauz …

Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, sollte sich unbedingt das neue Vorweihnachtsvideo von Frau Mauz ansehen. Natürlich ist ein Liveauftritt von ihr noch schöner und vor allem geselliger, aber der ist nun mal schon vorbei. Die Bilder davon finden Sie natürlich auch hier, direkt unter dem Video …
Wer die gesamte Geschichte aus dem Video lesen will, findet diese: hier.

Der_gute_Weihnachtsgeist from Sabine Mauz on Vimeo.

Fotos von Edda B. Lang, aufgenommen bei der Rampenschweinerei in Fürth:

Geschenke – zweiter Teil

Nach dem letzten Video rund um das Thema Geschenke gab es einen netten Kommentar aus Sabine Mauz‘ Bekanntenkreis: Sie solle sich einen reichen Mann suchen, der sie gerne beschenke … – toller Plan, leider muss der Mann auch noch ein paar andere Kriterien erfüllen, denn Geld alleine macht ja bekanntlich nicht glücklich. Und wie war das noch mal mit der einzig wahren Liebe? Es gibt Träumer, die glauben noch an so etwas …

Das heutige Video veranschaulicht, dass für Sabine Mauz ein Geschenk immer an die Person gekoppelt ist, von der sie es erhält. Und zwar so stark, dass sie voller Überzeugung behauptet, der darin gezeigte Fächer sei ein Geschenk gewesen, dabei sah das echte Fächergeschenk so aus:

Diese Tatsache ändert nichts an Sabine Mauz‘ Aussage zu der schenkenden Person.
Dass es sich dabei um ein privates Urteil handelt, weiß jeder, der mit der Kunstfigur Frau Mauz schon zu tun hatte, denn diese würde so etwas niemals sagen oder auch nur denken!

Geschenke – zweiter_Teil from Sabine Mauz on Vimeo.

Zufallsfunde

pingu_1Manchmal bekommt man die schönsten Geschenke vom Leben selbst …

Darum geht es in diesem kleinen Filmbeitrag, der irgendwann noch weiter ausgebaut wird. Da Frau Mauz sich allerdings momentan viel dringender um so nebensächliche Dinge wie ihren Lebensunterhalt kümmern muss, bleibt es vorerst bei diesem unfertigen und dennoch unterhaltsamen Geschichtchen, dieses Mal ganz ohne Musik, Einleitung o.ä.

Wer bin ich? from Sabine Mauz on Vimeo.

Die 99. eintagsfliege: „Igitt!“

kunst_1Künstler sind … toll, wundervoll, schräg, nicht immer vernünftig, haben oft ein unglaublich schlechtes Zeitgefühl, können sich selbst schlecht strukturieren und mit Geld umgehen, fließen geistig gerne weit davon und flüchten aus der Welt, in der es ihnen gerade nicht gefällt.
Das gilt zumindest für viele Künstler, die von ihrer Kreativität nicht leben können.

Die Dame aus der 99. eintagsfliege gibt es tatsächlich. Sie war auch schon zu Gast bei Frau Mauz in der Wohnung, komponierte damals mitten in der Nacht neue Lieder und duschte – ebenfalls nachts – so lange, bis das Bad fast davon schwamm.
Natürlich wurde der Name verändert und natürlich handelt es sich bei der folgenden Geschichte um Frau Mauz‘ Interpretation ihres Verhaltens …

Igitt!

„Igitt! Igittigitt! Igittigittigitt!“, dichtete die so genannte Göttin Gabriele Grummel, als sie ihr Bad putzte.
Der Schimmel klebte überall: Zwischen den Fugen, an der Silikonisolierung am Wannenrand, am Duschvorhang, auf den Fliesen … Das war so was von eklig, das war … einfach nur Igitt!

Die zweiundfünfzigjährige Gabriele hatte schon mehrfach einen Handwerker kommen lassen, der die schwarzen Stellen entfernte und die Gummierung erneuerte, aber nachdem sie die unnötigen Kosten dafür schon drei Mal in einem Jahr aufgebracht hatte, wollte sie nun einen anderen Weg finden, den Schimmel loszuwerden.
Ein Freund hatte ihr mal erzählt, dass man Bäder gut lüften müsse, nachdem man darin geduscht hatte – „Am besten mit Hilfe einer Lüftung, die die Feuchtigkeit abzieht“, lautete sein Rat, als er ihre Klagen hörte.
Aber Gabriele besaß keine Lüftung und auch kein Geld, eine einzubauen. Mal ganz abgesehen davon, gehörte ihr die Wohnung nicht und alle baulichen Veränderungen musste sie vorher mit dem Vermieter absprechen. Den wollte die Frau Göttin aber nicht in ihr Problem einweihen, denn sonst würde er ihr sicher einen Strick daraus drehen …

Herr Schimanski hatte Gabriele Grummel schon öfters vorgeschlagen, sich einen andere Wohnung zu suchen: „Eine, in der Sie ungestört proben können. Ich habe schon von den Nachbarn gehört, wie kreativ Sie mitten in der Nacht werden. Das ist natürlich schwierig zwischen so vielen Allerweltsbürgern, denn die wollen dann schlafen. Damit macht man sich auf Dauer keine Freunde. Und wir wollen doch nicht, dass Sie eines Tages deshalb verklagt werden, oder?!“
Gabriele Grummel hatte die unterschwellige Drohung des alten Haudegen sehr wohl verstanden. Sie wusste, dass Herr Schimanski ein Geschäftsmann war und sie eines Tages vor der Türe setzen würde, sobald er genügend Mittel gegen sie in der Hand hielt.
Die Musik in der Nacht hatte Gabriele deshalb schon reduziert, obwohl sie es nicht immer sein lassen konnte. Manchmal überkam es sie einfach … Dann war sie nicht mehr die langweilige, vor sich hin lebende, alltägliche Gabriele Grummel, die zur Trommel griff und Texte dichtete, sondern die Göttin. Die Göttin war es auch, die auf die Bühne gehen und die Welt verändern wollte, nicht Gabriele!

Der Wandel vollzog sich fließend.

So wie jetzt, während sie das Igitt!-Bad putzte und sich aus diesem einen, kleinen Wort in ihrem Kopf nach und nach ein Rhythmus, eine singende, schwingende Melodie wurde, die so wundervoll schien, dass sie einfach auf die Bühne musste!
Davon würde sich Gabriele dann eines Tages vielleicht wirklich eine Wohnung leisten können, in der sie so arbeiten, duschen und leben konnte, wann sie es wollte. Die Göttin fand die Umstände hier nämlich vollkommen erniedrigend, deshalb ließ sie Gabriele Grummel auch immer wieder bei so dummen Arbeiten wie der jetzigen im Stich: Eine Göttin putzte nicht, eine Göttin tanzte, lachte und sang, wurde angehimmelt!

Du bist die Göttin der Musikerinnen, summte Garbrieles Geist und ließ den total ausgefransten Schwamm sinken.
„Ich kann das nicht: Putzen, nur fünf Minuten duschen, so tun, als wäre ich normal. Ich bin eine Künstlerin! Und wenn diese Künstlerin sich dreckig und missbraucht fühlt, muss sie einfach so lange unter dem Wasserstrahl stehen, bis dieses schreckliche Gefühl weg gewaschen ist!“
Wie auf Kommando begannen Gabrieles Hände, ihren Körper zu entkleiden. Sie öffneten die Knöpfe ihrer Jeans und ihrer Putzbluse, dann streiften sie diese von ihrer bleichen Haut und warfen sie in Richtung des Wäschekorbs, der unter dem Waschbecken bereit stand. Der Büstenhalter flog hinterher.
Zum Ausziehen der viel zu engen Hose musste Gabriele vom Rand der Duschwanne aufstehen und die starre Stoffschicht vorsichtig von ihrer empfindlichen Haut ziehen, dann flog sie zu den anderen Sachen. – Um die Wäsche würde sie sich morgen kümmern! – Nur noch raus aus dem sexy Schlüpfer, den ekligen Schwamm weit weg aus der Wanne; ab in das Reich der Göttin, den Wasserhahn aufdrehen …
Als die heißen, feuchten Tropfen ihren Körper berührten, zuckte Gabriele kurz zusammen, dann schloss sie erleichtert ihre Augen und stellte sich vor, wie das Wasser alle schrecklichen Gedanken davon schwemmte: Der Schimmel, das Gefühl von Ekel, der Spott ihres Freundes Siegfried, der Auftritt am gestrigen Abend, die Wut über die nicht bezahlte Gage, die Angst vor dem nächsten, viel zu kurzen und teuren Monat – all das verschwand, während die Göttin unter der Dusche stand …

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Geschenke

hut_gruen_brilleManchmal weiß man sofort den Wert eines Geschenkes zu schätzen, manchmal erst Jahre später und manchmal auch nie. Das kommt immer darauf an, inwieweit man die Beweggründe des Schenkenden nachvollziehen kann und will, und inwiefern diese tatsächlich echt sind.

Frau Mauz, oder besser gesagt: Sabine Mauz, stellt in diesem Video ein paar Schätze ihres privaten Fundus vor und macht hoffentlich auf diese Weise auch klar, dass es zumindest ihr nicht um den finanziellen Wert einer Gabe geht …

Herzlichen Dank! from Sabine Mauz on Vimeo.

Fantastische Fantasiefreunde

Der Plan war ein anderer als das, was später herauskam. Ist das nun gut oder schlecht?

Frau Mauz hat auf jeden Fall dieses Mal die Entstehungsgeschichte eines ihrer seltsamen Fantasiewesen fotografisch festgehalten und mit einem Song von Gramatik hinterlegt. Deshalb gibt es nun für Sie Frau Mauz‘ visuelle Antwort auf die Frage: `Verrückte oder verwirrende Fantasie?`
Für alle, die dieses Video bereits in der ersten Fassung kennen, noch der Hinweis: Es wurde um diverse Bilder voller fantastischer Freunde verlängert!
(Das Lied endet leider ein wenig abrupt, deshalb hier der Titel für diejenigen, die es ganz anhören wollen: „Guitar Madness (feat. Teo Collori) …)

Fantastische Fantasiefreunde from Sabine Mauz on Vimeo.

kaputt …

kati_5„kaputt“ – so lautete das diesjährige Thema des 21. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs.
Da Sabine Mauz‘ Beitrag bereits aussortiert wurde, kann ihn nun hier jeder lesen, der Spaß daran hat, dem Monolog eines kaputten Menschen rund um sein kaputtes Leben beizuwohnen …

Da der Text sehr lang ist, gibt es ihn nur in Form eines .pdf-Dokuments: Am_Ende ist alles gut!

Hier der Anfang zum Reinlesen:

Am Ende ist alles gut!

Mein Leben ist im Eimer. Mehr als das: Mein Leben hat es nicht verdient, überhaupt noch als solches bezeichnet zu werden! Ich frage mich, ob es an der Zeit ist, es zu beenden.
Damit würde ich nicht nur mir, sondern auch meinem Umfeld einen gewaltigen Gefallen tun: Ich gäbe meiner Familie die Chance, neu anzufangen und mir selbst müsste ich nie wieder einreden, einer sinnvollen Aufgabe nachzugehen.

Was ich mache?

Ich bin Berater. Sprich: ich gebe Menschen mit viel Geld für viel Geld jede Menge gute Tipps, wie sie anderen Menschen mit wenig Geld und vielen guten Ideen diese entlocken, ohne dafür auch nur einen müden Cent zahlen zu müssen.
Ich kenne alle Schwachstellen dieser blauäugigen Tagträumer, die sich selbst, in einem Anflug völliger Selbstüberschätzung, als Lebenskünstler bezeichnen. Ich weiß genau, wie ich sie behandeln muss, um von ihnen das zu bekommen, was ich brauche.

Ja, was meine Künstlerkenntnis angeht, so kann ich diese ziel- und zweckgerichteter einsetzen als besagte Künstler ihre sogenannte Kunst. Kein Wunder, schließlich zählt sich auch mein kleiner, nerviger Bruder voller Stolz zu dieser vollkommen weltfremden Menschengattung.

Für mich kaum vorstellbar und noch weniger nachvollziehbar, aber es gibt tatsächlich Personen, die darunter leiden, nichts zu tun zu haben. Wenn ihnen langweilig ist, malen sie hässliche, bunte Bildchen, drehen minderwertige Filmchen oder erzählen inhaltslose Geschichten, die keiner hören will. Das alles machen sie, ohne irgendetwas dafür zu bekommen, weil es ihnen Spaß macht. – Spaß, als ob es im Leben darum gehen würde!

Mal ehrlich: Diese Menschen könnten ihre überschüssige Zeit und Energie so viel besser nutzen: Sie könnten sich mit den technischen Errungenschaften unserer Gesellschaft auseinander setzen und diese noch weiter perfektionieren – Autos, Smartphones, Tablets, Ebooks, … Mein Zimmer ist voll damit, schließlich muss ich als Berater immer auf dem neusten Stand sein.
Ich muss wissen, was es auf dem Markt gibt und wozu es gut ist. Dass es gut ist, können Sie mir glauben:

Erinnern Sie sich noch an das erste Mobiltelefon? An diesen riesigen, überdimensionierten Knochen, vor dessen Gebrauch man jedes Mal die Antenne ausziehen musste? Oder an die alten Autoradios? Gott, was habe ich es gehasst, wenn ich nach dem letzten Waschgang meines Wagens das Radio anstellen wollte und nur Rauschen zu hören war! Man musste anhalten, aussteigen, den langen, viel zu empfindlichen Empfänger ausziehen, nur um dann beim Weiterfahren festzustellen, dass es immer noch rauschte. Zum Kotzen, das sag ich Ihnen!
Wie viel besser haben wir es jetzt, dank dieser vielen wundervollen, einfach anzuwendenden Erfindungen. Ach, wie ich es liebe, wenn man ein Gerät einschaltet und sofort alles funktioniert!

Leider gibt es nach wie vor Menschen, vorzugsweise solche, die der Generation meiner Eltern angehören, die diesen unbeschreiblichen Komfort nicht zu schätzen wissen. Sie sind zu dumm dafür, den Nutzen der neuen Produkte zu erkennen. Ja, wirklich: zu dumm!
Nehmen wir nur mal meine Mutter: Immer wenn ich bei ihr zu Gast bin, fragt sie mich total gelangweilt, was für ein neues `Spielzeug` ich denn dieses Mal dabei habe. Sie bewundert in ihrem typischen, nichtssagendem Ton das Aussehen des `Dingsda`s, seine `schön schimmernde Verpackung` und fragt mich dann, mit der Hand vor dem Mund, um ihr Gähnen zu kaschieren, nach dem `Sinn des Ganzen`.
In der Zwischenzeit überreiche ich ihr das aktuelle Objekt ihres absoluten Desinteresses einfach nur noch kommentarlos und lasse sie damit allein. Soll sie doch selbst herausfinden, wozu `das Ganze` gut ist. Ich bin es leid, ihre schwachsinnigen Fragen zu einem hochmodernen Gerät zu beantworten, das für sie immer nur ein `Spielzeug` bleiben wird:
`Aha, das ist also ein Smartphone, soso. Und was ist so toll daran? Muss man da wirklich nur drüber wischen, wenn man mit jemandem telefonieren will? Und mit der Taste da, kann ich wirklich mit einem Schlag allen Menschen aus deinem Telefonbuch schreiben? Und was passiert, wenn ich den Bildschirm putzen will und aus Versehen damit eine Nachricht verschicke? Uuups, jetzt ist mir das doch tatsächlich passiert. Na ja, ist ja nicht so schlimm, ich habe nur deinem Bruder Klaus ein paar sinnlose Buchstabenfolgen geschickt …‘

 

flaschenmaennchenLetztes Jahr lautete das Thema: „Grenzgänge/ Grenzgänger“.
Sabine Mauz‘ Beitrag kam unter die ersten hundert. Vielleicht hätte sie ihn dieses Jahr einfach noch einmal einreichen sollen, denn er hätte auch sehr gut zu der kaputt-Thematik gepasst. Man hätte nur das Ende etwas ändern müssen …

Hier das .pdf-Dokument: Der_Schaumkronenkönig

Und hier der Anfang für alle:

Der Schaumkronenkönig

Es gibt Momente im Leben jedes Menschen, da bewegt es sich. Egal, ob man das will oder nicht: Man muss von der Stelle weg, an der man sich gerade befindet. Und dann geht es weiter. Egal, wohin, Hauptsache, weiter

Tom Sailer starrte in das halbvolle Bierglas vor seiner Nase und hoffte, dass es ihm bestätigend zunicken würde, stattdessen platzte eine weitere kleine Luftblase der kaum noch vorhandenen Schaumkrone.
Wieso heißt du eigentlich Schaumkrone?“, fragte der angetrunkene Mann, während er fasziniert das Innenleben seines besten Freundes studierte.
Macht das Sinn? Wer hat sich diesen Namen ausgedacht? Wer hat bestimmt, dass du von nun an so genannt wirst? Wieso kann man nicht Schwibdidapp oder Nuffdipuffi zu dir sagen …?“

Tom trug unglaublich viele ungelöste Rätsel mit sich herum, die ihn schon so lange quälten und für die er einfach keine zufriedenstellenden Lösungen fand. Zugegebenermaßen war seine Suche danach ähnlich aktiv wie die nach einer erfüllenden Lebensaufgabe, aber was machte das schon: eines Tages würden ihm alle Antworten zufliegen. Wenn er dafür bereit war

Weißt du, ich halte nichts davon, dem Dasein meine Ziele aufzuzwingen“, erklärte Tom nun wieder seinem goldgelben, luftlosen Gegenüber.
Ich meine, du zwingst mich ja auch nicht dazu, dich zu trinken und trotzdem mache ich es. Und genauso wird das Leben irgendwann auf mich zukommen und mir die Antworten schenken, nach denen ich mich sehne. Was das angeht, bin ich mir ganz sicher Echt!“
Tom rülpste laut und ausgiebig. Der Geschmack unzähliger Gläser Bier und Schnaps, mischte sich mit dem des Nikotins selbst gedrehter Zigaretten und der Salzfettmischung eines Spießbratenbrötchens, das er kurz nach seinem Feierabend gegessen hatte.
Weißt du, es gibt nicht viele Freunde, auf die man sich verlassen kann, die immer und in jeder Lebenslage für einen da sind. Du bist wirklich eine unglaublich treue Seele !“

Ach Tom, willst du für heute nicht Schluss machen und nach Hause gehen?“
Stefan Siegler, der Chef von Toms Stammkneipe: „Zum Fässchen“, stand nun direkt vor ihm, hinter dem Tresen, und musterte seinen besten Kunden kritisch.
Du weißt ja, dass ich von Menschen wie dir lebe, aber wenn du noch länger mit dem Bierglas vor dir sprichst, bist du bald mein einziger Gast, weil dann nämlich alle anderen einen großen Bogen um dich und damit auch um mein Lokal machen. So viel kannst selbst du nicht trinken …“
Der Wirt befeuchtete die trockenen, rissigen Lippen mit seiner rauen Zunge.
Ich weiß, wie das ist, wenn der Alkohol dein einziger Freund ist. Was meinst du, wie ich damals zu dem Laden hier kam, aber du versaust dir deine Zukunft damit …“
Tom schüttelte energisch den Kopf: „Du hasst mir gar nichz zu sagen, weißst du das?“, antwortete er, nun auf einmal lallend.
Du bisst doch auch nur einer von diesn dummn Moralap-p-p-posteln. Ss-so wie mmmei-ne Mutter! Dabei s-s-sitze ich doch wegen dieser blöööden Kuh überhaupt nur hier: Hätte sie mir nich immer eingeredet, dass ich an den lieben Gott glauben muss, dann w-w-wäre ich längst-t wo anders. Dann h-h-h-hätte ich nicht die ganze Zeit auf irgendwelche nichtssagenden Zeichen gewartet!“
Der Feierabendphilosoph sprang schwungvoll von seinem Barhocker, hielt sich schwankend an dem kalten, klebrigen Tresen fest und reckte dem Barkeeper stolz sein Glas entgegen:
Ich bin dein bester Kunde! Also behandle mich gefälligst wie ein K-k-könig und gib mir meine Schaumkrone zurück!“
Stefan verdrehte genervt die Augen, nahm das halbvolle Gefäß widerwillig entgegen und ging damit zum Zapfhahn. Dort erneuerte er lustlos die weißen Bläschen an der Oberfläche des abgestandenen Bieres.
Das schmeckt doch nicht mehr! Weißt du, wie oft ich dir heute schon was da drauf gegossen habe?!“
Der Wirt konnte es einfach nicht lassen, seinen Gast mit dessen Situation zu konfrontieren. Es ging nicht, so sehr er sich über seine Einmischung ärgerte
:
Weißt du, mir hat damals mein bester Kumpel die Freundschaft gekündigt, als ich partout nicht mit dem Trinken aufhören wollte. Meine Frau war zu dem Zeitpunkt schon längst weg. Sie war gegangen, ohne dass ich es überhaupt mitbekommen hatte. Aber als Severin dann auf einmal auch noch verschwand, wurde ich wieder wach.“ …

 

„Machen Kleider Leute?“

Um diese Frage drehte sich heute das Fotoshooting von Frau Mauz.
Die Fotos davon findet man zur Zeit teilweise noch bei den Bildern des Tages, ab sofort aber auch in diesem kleinen Filmchen.

Die Noten zu dem gespielten Lied stammen übrigens von Jürgen Schmieder. Trotz des anderen Titels bleibt es thematisch dabei: „Die Gedanken sind frei!“
Die Kleider sind von: „Mama“, diversen Freunden und den Zufällen des Lebens. An sie richtet sich das „Merci“ …

Machen Kleider Leute? from Sabine Mauz on Vimeo.

P.S: Sämtliche Fotos und Filmaufnahmen wurden übrigens von Frau Mauz gemacht, mit der Hilfe ihrer alten Digitalkamera (mit Selbstauslöserfunktion) und dieser tollen Leiter:kamerafrau