Fiktive Freunde

Hier drei Buchempfehlungen, die sich bereits vor einigen Jahren in Sabine Mauz‘ ersten Selbsthelferblog befanden. Sie geben eine Idee davon, wie wichtig und hilfreich Lesen sein kann …

Erebos

Erebos (griechisch Ἔρεβος von ἔρεβος „dunkel“, latinisiert Erebus) ist in der griechischen Mythologie der Gott und die Personifikation der Finsternis. Wie Tartaros wurde er als Teil der Unterwelt betrachtet.” (Zitat von Wikipedia)

Was erwartet man von einem Buch, das diesen Titel trägt? – Mord und Totschlag? Intrigen? Finsternis?
All diese Dinge kommen in gewisser Weise in dem Thriller von Ursula Poznanski vor, allerdings in einer ganz anderen Form als ich sie bislang kannte:

Ein Computerspiel ist es, das die Jugendlichen einer Schule fasziniert und ganz in ihren Bann zieht.
Was die Schüler daran begeistert, wird schnell klar, wenn man erfährt, wie das Spiel aufgebaut ist:
Es geht auf die individuellen Interessen seiner Spieler ein, lockt diese mit der Erfüllung ihrer Träume immer weiter in sein Netz. Dafür stellt es ihnen Aufgaben, die sie immer wieder an ihre Grenzen bringen. Überleben wird nur der, der sie erfüllt.

Die jungen Menschen bekommen dank der fiktiven Welt die Chance, in einer neuen Gruppe eine neue Position einzunehmen und sich auf diese Weise eine neue Identität zuzulegen.
Die Frage ist: Was tun sie alles für die Anerkennung anderer? Wann verliert der Mensch den Bezug zur realen Welt und deren Grenzen?

Die Stadt der träumenden Bücher

Hildegunst von Mythenmetz begibt sich auf die Suche nach dem unbekannten Verfasser eines unglaublich berührenden Manuskripts: Es verursacht bei jedem Leser einen Wirbelsturm der Gefühle, ohne dass dieser in irgendeiner Form Einfluss darauf hätte.
Es ist fantastisch, aber leider ist der Autor unauffindbar! Selbst in der Stadt der träumenden Bücher, in dem Paradies für Schriftsteller und Bücherliebhaber, findet sich kein Anhaltspunkt auf ihn und seinen Verbleib.

Dafür gerät der ambitionierte Lindwurm und Nachwuchsschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz bei seinen erfolglosen Nachforschungen aus Versehen in dunkle Machenschaften und finstere Intrigen hinein. Man will ihn verschwinden lassen und verbannt ihn in die tiefen Tunnel unter der Stadt, wo ihn geldgierige Bücherjäger und andere düstere Gestalten verfolgen.
Was er dort alles erlebt, ist ein eigenes Buch wert, zumal es sehr anschaulich beschrieben und wunderbar illustriert ist:

Walter Moers war mir bis zum Lesen dieses Romans “nur ” als Comiczeichner und Verfasser des “kleinen Arschlochs” bekannt. Dass er tatsächlich auch mir gute Unterhaltung bieten kann, hatte ich nicht erwartet. Ich liebe seine farbenfrohen Schilderungen und feinen Spitzen, die man gut und gerne auf unsere Welt und deren Bewohner übertragen kann …

Die unendliche Geschichte

Eine unendlich schöne Geschichte von Michael Ende mit unglaublich geistreichen Bildern und Vergleichen zum wahren Leben:

Der Junge Bastian Balthasar Bux ist so begeistert von der Idee einer unendlichen Geschichte, dass er das Buch mit besagtem Titel aus dem Antiquariat stiehlt, in dem er es entdeckt. Aus Scham und Angst vor Strafe flüchtet er auf den Dachboden seiner Schule und beginnt dort, darin zu lesen.
Er landet in Fantasien, dem Land der Fantasie, das sich leider gerade in Luft auflöst, weil seine Königin krank ist. Man muss sie retten, indem man ihr einen neuen Namen gibt. Das kann nur ein Mensch, kein Bewohner der fiktiven Welt.

Wie gelangt Bastian Balthasar Bux nach Fantasien, um seine neu gewonnenen Freunde zu retten? Was passiert mit mit dem Jungen, wenn er den Dachboden um sich herum und seine eigene Geschichte vergisst? Wie kommt er zurück zu seinem vereinsamten Vater? Und was lernt er aus diesen Erfahrungen?

Dieser Roman schildert die Freuden und Gefahren einer Flucht in die Welt der Fantasie. Er ist ein wundervolles Beispiel dafür, wie und was man aus Büchern lernen kann ..

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